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29.01.2008 Just relaxing

Weil heute Milchmanntag war, habe ich nach dem Frühstuck ungefähr anderthalb Stunden auf der Couch geschlafen. Wenn man sich auf dem Zweisitzer ausstreckt und die Füße auf der anderen Armlehne raus hängt, ist die total bequem. Nur wenn ich mich da seitlich drauflege und zusammenrolle (mehr oder weniger), dann träume ich immer nur Mist. Träume, aus denen man nicht aufwacht und immer nur in einem anderen Traum landet, wie Schachteln in größeren Schachteln. Sagt jetzt nichts, ich weiß, dass ich ein Kistenkind bin... Aber wenn ich auf dem Rücken liege, ist es super.


Nachdem alle etwas geruht bzw. geschlafen hatten haben wir einen Ausflug nach Leknes gemacht. Diesmal waren wir in einem anderen Handarbeitsladen, der günstiger ist, kein Kunsthandwerksladen. Da gibt es viele schöne Stickpackungen und Anleitungshefte für Stricksachen und andere schöne Dinge, nach denen ihr euch die Finger lecken würdet. Außerdem haben wir im örtlichen Landwirtschaftsfachhandel einen riesigen Sack Pellets für die Ziegen und mehrere Säcke mit Milchpulver für die Kleinen geholt. Pontus Lammnäring. Falls es jemanden interessiert.


Sonst war heute äußerst entspannend, es gibt also nichts mehr zu erzählen. Machts gut.

2.2.08 20:40


30.01.2008 Burning heads

Heute haben wir mal wieder geputzt, ich habe das alte Stroh mit der Mistgabel auf den Misthaufen verfrachtet. Deshalb werde ich morgen eine Mistgabel- und keinen Tennisarm haben. Sonst noch die Pelletstonne auffüllen und Kleine füttern. Nicht weiter interessant. Aber dann ...


... kam der Tierarzt und brachte schweres Geschütz mit. Während er da war, haben Lou und ich festgestellt, dass er ganz gut deutsch spricht, jedenfalls besser als Englisch. Ein ganz netter Mann.


Zuerst haben wir die ersten 25 von mittlerweile 83 Zicklein einzeln heraus geholt, bei Hendry auf den Schoß gesetzt und der Arzt hat Blut abgenommen. Da hätte man bei den meisten schon meinen können, sie würden skalpiert und gevierteilt. Dabei war es doch gar nicht so schlimm (ok, nur für uns, aber wir wurden auch mehrfach getreten und so).


Dann hat er sie in Gruppen von 5-6 in Narkose gelegt und anschließend noch ein Schmerzmittel verabreicht. Als sie dann geschlafen haben, hat er mit einer Mischung aus Heißluftfön und Kautereisen die Hörner ausgebrannt. Natürlich nur bei den Mädchen, die Jungen dürfen ihre behalten. Es roch nach angebranntem Hähnchen und ich habe doch tatsächlich Hunger bekommen, auch wenn das jetzt ziemlich abartig klingt. Aber das hat er nur bei den ersten 21 gemacht, die anderen sind noch zu klein. Deshalb kommt der Tierarzt die nächsten Wochen einmal pro Woche vorbei. Als er mit den Hörnern fertig war, haben wir noch eine OP am offenen Herzen vorgenommen. Nagut, es war nur eine Eiterbeule am Hals von 8012, meinem Lieblingszicklein, direkt nach Hilde (8002), aber sie war immerhin gut eigroß. Aber es sah übel aus. Erst hat er mit diesem Fön die Haare weggeflämmt, damit er daran kommt, dann hat er eine kleine Probe des Inneren mit einer Spritze genommen und dann zur Schere gegriffen. Ein Loch rein geschnitten und dann den Eiter und die Flüssigkeit raus geholt. Nicht sehr appetitlich. Am Ende hat er uns noch Anweisungen da gelassen, wie wir dieses Loch die nächsten Tage offen halten sollen, damit das austrocknet und abheilen kann. Wir sind hier also Allroundtalente, was unsere verschiedenen Jobs angeht.


Die Kleinen haben dann bis ungefähr sieben geschlafen und danach so geschriehen, die müssen Schmerzen gehabt haben, als das Schmerzmittel nachgelassen hat. Die Köpfe sehen auch nicht nett aus. Braun angesengte Hornstumpen. Hoffen wir mal, dass das gut verheilt. Aber ich weiß, es muss sein, sonst würden sie sich später gegenseitig mit den Hörnern verletzen.

2.2.08 20:41


31.01.2008 New family arrived

Heute ist eine neue Familie eingezogen. Ihr fragt euch wo? Auf meinem Zeigefinger der rechten Hand. Heute war ein echter bad hands day. Lou und ich haben angefangen den Schnitten und Rissen auf unseren Händen Namen zu geben und zu gucken, wie lange sie leben. Auf meinem Zeigefinger wohnen Egon, Günter, Waltraud und Gertrud. Das sind die netten Nachbarn. Aber richtig böse ist Karl-Heinz. Das ist ein tiefer Schnitt am Daumen, seitlich am ersten Fingergelenk. Er tut besonders weh, weil er von relativ dicker Hornhaut umgeben ist. Und man braucht ihn für alles, vom Schreiben über Essen und Ziegen melken. Also ist einfach ignorieren nicht drin. Der Rest meiner Haut an den Händen ist sehr gereizt, brennt und juckt hin und wieder. Ich hätte also gerne mindestens ein zweites Paar Hände. Das erste nutze ich bei den Ziegen ab, da ist es immer besonders schmerzhaft, wegen den Ziegenhaaren und dem ständigen Händewaschen. Das andere nehme ich dann für so. Wenn´s nicht so anstrengend ist.


Lou und ich müssen jetzt die nächsten Tage die Nachsorge bei 8012 vornehmen. Also Wunde wieder aufmachen, Eiter raus holen und anschließend mit Jod desinfizieren. Dabei hat sie heute Abend zu früh den Kopf geschüttelt, dass ich dann auch gleich mit desinfiziert war.... Lou kümmert sich um die Wunde und ich halte die Ziege fest. Die ist zwar noch nicht ausgewachsen, aber wenn sie etwas nicht will, kann sie ganz schön stark sein.


Nachmittags hat Marita gebacken und ich durfte helfen. Hveteboller und Skillingsboller. Genial lecker. Werde ich nie wieder in der Bäckerei kaufen. Findet selber raus, was es ist, ich mache sie dann, wenn ich wieder da bin. Da könnte ich mich rein setzen. Natürlich habe ich auch direkt die norwegischen Rezepte aus ihrem Buch abgeschrieben. Bei Gelegenheit werde ich sie übersetzen, aber so schwer sind Kochrezepte gar nicht. Morgen will sie Berlineboller und Gulrøtkake machen. Mal schauen, wie die schmecken.


Morgen ist wieder Milchmanntag, deshalb höre ich jetzt auf, sonst wird’s zu spät. Gu notte!

3.2.08 21:25


01.02.2008 Svolvær

Wie der Titel schon sagt, haben Marita, Lou und ich einen Ausflug nach Svolvær gemacht. Das ist eine Stadt (ok, die Stadt) auf der rechten, östlichen Nachbarinsel von Vestvagøy. Dort haben wir so ziemlich jeden Einrichtungs- und Schnickschnackladen abgeklappert, denn es da gibt. Marita wollte unbedingt nach einem Bild für übers Sofa gucken. Das haben wir nicht gekauft, dafür aber so Schnüre, um die Gardinen zurück zu halten, ihr wisst schon, was ich meine. Und natürlich die passenden Haken dafür.


Ich habe nach kurzem Überlegen ein Kochbuch gekauft. Es war so sehr herunter gesetzt, da konnte ich nicht nein sagen. Da ist alles drin, was man jemals auf norwegisch kochen möchte. Zum Beispiel Fårikål (sprich Forikol). Sieht relativ eklig aus, ist aber sehr lecker und einfach vorzubereiten. Kann man bestimmt gut bei einem Umzug oder anderen tagesfüllenden Aktivitäten machen, wenn man abends was essen möchte. Das ganze Buch ist zwar auf norwegisch, aber wenn man mal raus hat, was die von einem wollen, geht es. Ich glaube, das ist so wie mit den Strickanleitungen, die meine Mutter aus mehreren Sprachen befolgen kann, auch, wenn sie die gar nicht spricht. Man muss nur die Zutaten einigermaßen übersetzen können, dann passt das schon. Zur Not frage ich halt Marita oder Hendry. Da sind 1250 Rezepte für alles auf über 600 Seiten drin. Das einzig Blöde ist, dass keine Bilder drin sind. Aber damit muss ich leben.


Außerdem hat Hendry heute eine Tonne Milch für die kleinen Ziegen gemacht. Mal schauen, wie lange die hält. Und heute kam der Milchmann (erkennt ihr langsam das Muster??), sodass ich jetzt ziemlich müde bin.

4.2.08 22:38


02.02.2008 Karnevalssamstag

Eigentlich ist heute Karnevalssamstag, sodass ihr heute und morgen auch mal einen deutschen Titel bekommt. Ich würde ab ungefähr neun Uhr in der DSS damit beschäftigt sein, mit den anderen Wagenbauern den Traktoranhänger und den Baggagewagen für morgen vorzubereiten. Verkleidung anbringen am Musikwagen (der Anhänger)anbringen, gegebenenfalls nachmalen, den Dom aufs Piaggio setzen, den Handrennwagen mit dem Mottoschild und aktueller Gruppennummer versehen. Den Baggagewagen mit den Stoffbahnen verkleiden, Werbung abkleben. Gegen Mittag würde Hr. Brandt (schöne Grüße!), der Leiter der Band, Erbsen- oder Linsensuppe machen, damit alle was essen können. Danach Soundcheck mit den bis dahin anwesenden Musikern machen, d.h. Boxen und anderes Technikequipment auf den Wagen drauf, ein bisschen in die Mikros singen, alle Anschlüsse testen und die Stühle so rücken, dass morgen alle Musiker genug Platz haben. Anschließend alles was nicht nass werden darf (es könnte ja über Nacht regnen), wieder rein ins Foyer tragen. Gegen drei etwa wäre dann alles fertig und wieder sicher verpackt, sodass man dann den Tag entspannt ausklingen lassen kann.


Stattdessen haben wir diese Gardinenschnüre aufgehängt und befestigt und Marita hat Berlineboller gemacht. So ähnlich wie Krapfen, aber keine Berliner, wie ich sie gewöhnt bin. Und sie füllt auch keine Marmelade rein, weil die ihr dann immer wieder raus quillt. Geschmacklich sind sie eher langweilig, da mag ich Skillingboller lieber.


Es ist also ein bisschen traurig in Norwegen. Und Karnevalsmusik gibt’s hier auch nicht, warum auch. Das einzige, was es hier gibt, sind Fastelavendsriser (vielleicht schreibt man es so, so spricht man es jedenfalls), das sind Reisigstäbe, an die bunte Federn gebunden werden. Eine beliebte Beschäftigung für Schulklassen. Was die genaue Bedeutung dieses Brauches ist, ist mir schleierhaft. Umzüge oder andere Dinge oder überhaupt Karneval, Fasching oder Fastnacht kennen die hier überhaupt nicht. Ich mag Karneval zwar nur an diesem Wochenende, aber dann richtig. Hmm. Und die richtige Musik habe ich noch nicht mal auf meinem Laptop.

4.2.08 22:39


03.02.2008 Winterwonderland

Wieder mal ein kurzer (der nicht ganz so kurzer) Abriss darüber, was ich heute machen würde, wenn ich in Köln und nicht in Norwegen wäre. Heute ist Karnevalssonntag, d.h. Teilnahme am Schull- und Veedelszoch in meiner schönen Domstadt. Neun Uhr Antreten in der DSS, mit Kostüm, guter Laune und gesunder Stimme. Musikequipment auf den Wagen laden, schminken lassen und Kostüm anziehen. Gegen Zehn, manchmal aber auch später, mit der KVB oder gesammelt mit den Bussen zum Aufstellort fahren, da erstmal Papa wieder finden. Kamelle (für alle Nichtkarnevalisten: Bonbons, die im Zug geworfen werden) am Baggagewagen abholen. Irgendwann dann ganz entspannt hinter dem Musikwagen herlaufen und der Zoch geht für uns los. Ungefähr drei bis maximal vier Stunden laufen wir dann durch die Stadt, singen mit Hr. Brandt Karnevalslieder und werfen Unmengen von Kamelle in die Menge. Wenn dann der Zug vorbei ist, fahren wir wieder zurück zur DSS, da werden dann die Wagen wieder abgebaut, was ganz schnell geht, wenn alle mithelfen. Dann beginnt der gemütliche Teil des Tages. Mit der passenden Musik und leckerer Suppe, Würstchen oder Brötchen und natürlich mit Kölsch klingt der Tag dann aus. Wobei das durchaus auch recht lange dauern kann... Die Schminke vom Vormittag löst sich irgendwann fast von selbst auf, sodass man sich auch nicht mehr großartig abschminken muss, wenn man irgendwann nach Hause kommt. Soviel zu Köln.


Jetzt zu Reinmo Gard in Norwegen (meine Farm). Da hatten wir heute soviel Pulverschnee, dass Lou und ich unbedingt raus wollten. Zuerst hat uns Hendry mit mehr oder weniger Erfolg beigebracht, auf einem Schlitten über die vereiste Straße zu fahren. Bergab kann ich ganz gut, auf ebener Strecke ist es eher anstrengend. Aber es macht riesigen Spaß. Das ist auch kein Schlitten, wie man sie in Deutschland für Kinder benutzt. Diese Schlitten haben vorne einen Sitz, den man wahlweise für ein Kind oder auch für Einkäufe oder ähnliches benutzen kann. Dahinter kommt ein Griff, und der ganze Schlitten steht auf dünnen Metallkufen, die teilweise (je nach Modell) kleine Trittdrähte haben. Als wir so erschöpft waren, dass wir keine Lust mehr auf die Schlitten hatten, sind Lou und ich den Hügel runter gekullert. Das ist noch viel lustiger. Dafür braucht man aber relativ Schnee, damit es auch schön kullert. Nach einer Weile hatten wir eine richtige Schneise in den Schnee gerollt. Irgendwann sind wir dann dazu über gegangen, auf einem Plastiksack den Hügel runter zu rutschen. Das ist auch lustig, macht aber nicht so viel Spaß, wie sich im Schneeanzug den Berg runter zu werfen. Ihr seht, ich bin ein Großstadtkind, das Schnee bisher nur vom Hörensagen kannte. Jetzt habe ich ihn live und in Farbe! Und es ist toll!


Achja, ich habe einen wunderschönen Schneeengel gemacht. Meinen allerersten überhaupt jemals.

5.2.08 22:58


04.02.2008 Rosenmontag

DER Karnevalstag schlechthin in Köln. Und ich bin gaaanz weit weg. Das ist blöd, oder? Ich würde in Köln morgens irgendwann aufstehen, der Sonntag war ja anstrengend, dann Kostüm suchen und in die Stadt fahren und mich mit Freunden treffen. Ich hätte sogar für dieses Jahr jemanden gefunden, zum Karneval feiern, der allerdings noch nicht ganz mitbekommen hatte, dass ich in Norwegen bin. Schicksal. Dann würden wir uns am Zugrand einen guten Platz suchen und ein paar Stunden gucken, wie die Wagen an uns vorbeifahren. Beim Rosenmontagszug kommt es auch gar nicht so sehr darauf an, was zu fangen, das geht nur, wenn man in den Gesellschaften jemanden kennt, der einem dann was zu wirft. Danach geht man dann nach Hause, verteilt, ws man durch Zufall gefangen hat und isst. An diesem Tag esse ich hauptsächlich, habe ich festgestellt. Jedenfalls ist es immer total lustig. Wahlweise kann man auch, wenn das Wetter zu schlecht ist, oder man aus anderen Gründen keine Lust hat, in die Stadt zu gehen, den ganzen Zug (ungefähr sechs bis sieben Stunden) im Fernsehen anschauen.


Stattdessen bin ich, nachdem wir morgens auf den Milchmann gewartet hatten, mit Hendry nach Leknes gefahren. Weil der Milchtank mit fast 1500 l etwas zu klein war, konnten wir die letzten fünf oder sechs Ziegen im animal house nicht mehr melken und Hendry musste mit den Milchkannen aus dem Nachbarhaus auf den Truck warten. Jedenfalls habe ich in Leknes ein Geschenk für meine Oma gekauft, die am 6. März 80 Jahre alt wird. Inder Zeit hat Hendry neues Milchpulver und andere Kleinteile für die Zicklein gekauft. Auf der Rückfahrt habe ich dann festgestellt, dass es sehr viel Arbeit wird und dass es gut war, dass ich von vorne herein einen Gutschein machen wollte. Hoffentlich kriege ich es fertig, bis ich wieder nach Hause fahre... Was es ist, verrate ich aber nicht. Weil es so aufwendig ist, werde ich demnächst wahrscheinlich nicht mehr so viel Zeit für das Blog haben, es wird also dauern, bis ich ein paar Einträge veröffentliche. Ärgert euch nicht.


Achja, ich habe den Flur, das Büro und das Bad im animal house geputzt, während Marita die Ziegen im Nachbarhaus geschoren hat und Lou gewartet hat, dass sie neue rein holen kann. Was Hendry in der Zeit gemacht hat, weiß ich nicht. Vermutlich irgendwelches Zeug mit dem Traktor hin und her gefahren.

5.2.08 22:59


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