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23.06.2008 Midsommer

Tja, das ist heute dann wohl mein letzter Tag auf Reinmo Gård...

Vormittags habe ich erst noch office, bathroom und hall in meinem animal house geputzt, danach ging´s mit Hendry Richtung Hellosan um dort Müll zu verbrennen. Leider mussten wir dafür aber erstmal die Ziegen vom Tor weg und wieder in die Berge bekommen, was sich selbst mit Hirtenhund äußerst schwierig gestaltete. Die Ziegen haben nämlich überhaupt keinen Respekt oder gar Angst vor ihr. Absolut gar nicht. Aber irgendwie haben wir sie mit Hilfe von Frey und dem Traktor doch nach Hellosan bekommen, dann zu Fuß in die Berge. Ich sollte unten warten und mich nicht rühren (vielleicht war ich ein Baum...) während Hendry und Frey mit den Ziegen weitergezogen sind. Leider sind aber fünf einfach nicht mitgegangen und haben dann gemeint, ich wäre eine gute Anlaufstelle. Als Hendry dann nach einer Weile wieder kam, wer trottete hinter ihm her? Genau, die restlichen Ziegen... Nächster Versuch, diesmal gehen wir beide und warten dann zusammen mit den Ziegen, verstecken uns und hoffen, sie beschließen, dass wir uninteressant sind. Soweit der Plan. Die Realität bestand darin, dass Hendry im Baum saß und ich auf einem Stein, hinter dem ich mich versteckt hätte, wenn das letzte Zicklein von Frey auf die andere Seite gescheucht worden wäre. Leider haben sich die Zicklein aber immer auf meinen Schoß vor Frey gerettet, sodass wir nach einigen Minuten den Plan geändert haben und ich in den Baum geklettert bin. Hendry war total unsicher, ob er mir das überhaupt zutrauen kann, dass ich da auch wieder unfallfrei runterkomme, rauf geht ja meistens noch irgendwie. Er ist dann mit den Ziegen und Frey einen weiteren Hügel rauf und außer Sichtweite, wo er sie dann irgendwann auch abgehängt hatte. Als er zurück kam, hatte ich es auch wieder den Baum herunter geschafft, war gar nicht sooo schlimm und wir haben dort gesessen und gewartet, dass die Ziegen soweit weiterziehen, dass wir zum Traktor gehen können und den Müll abfackeln können. Die Ziegen zogen auch weiter, allerdings um die Kurve, schnurstraks nach Hause. Als der Müll soweit herunter gebrannt war, dass wir ihn alleine lassen konnten, sind wir mit dem Traktor wieder zurück gefahren und haben die Ziegen noch vor dem Tor wieder auf der Straße eingeholt. Als Verkehrsteilnehmer wären sie super, aber als Ziegen sind sie eine Katastrophe...



Auf unserem Müllberg hatten wir übrigens einen alten Traktorreifen, der hat toll gebrannt. Richtig schöner, schwarzer Rauch, herrlich. Der Rest war eher unspektakulär. Als ich abends das letzte Mal gemolken habe, habe ich mich auch schön brav von allen meinen Ziegen persönlich verabschiedet, genauso wie von den Lämmern und der kranken Ziege. Sie werden mir fehlen, auch wenn ich sie manchmal liebend gerne mit Schwung an die Wand klatschen könnte.



Danach sind wir zu Trine gefahren, um Mitsommer zu feiern. Zuerst haben wir im Wald an einem kleinen Feuerchen auf selbstgeschnitzten Stöcken pølse und karbonader gegrillt und im Brot gegessen, was aber wegen des Regens nicht so der Renner war. Aber lustig war´s trotzdem, als Hendry und Trine angefangen haben, alte Pfadfinderlieder zu singen. Anders hat so getan, als ob er nicht dazu gehört...



Marita hat derweil drinnen rømmegrøt gekocht bzw. nach Tütenanweisung angerührt. Den isst man dann mit Kanel und Zucker und geschmolzener Butter. Sehr mächtig. Anschließend konnten wir uns überhaupt nicht mehr rühren... Und ich habe mir an Ingrids Triptrapstuhl den Zeh ganz übel angestoßen, der tut sauweh. Könnte er gebrochen oder verstaucht sein? Bewegen geht, nur Berührung geht gar nicht.

28.6.08 08:23


Bitte unbedingt zuerst lesen!!!

 

Tipp:


Hier sind jetzt ganz viele neue Beiträge, die ich gerade in Trondheim in der öffentlichen Bibliothek ganz schnell einfach in myblog hinein kopiert habe, also macht euch eine Tasse Kaffee, sucht vielleicht noch nach ein paar Keksen und lest meine Erlebnisse. Den Rest werde ich beim Warten auf diversen Flughäfen schreiben und vielleicht habe ich bei Hilde noch kurz die Möglichkeit, was zu posten, ansonsten wahrscheinlich erst wieder Montag morgen in Oslo. Und dann bin ich schon fast wieder zu Hause. Trotzdem muss man nach dem Tipp unten anfangen zu lesen, ist klar, ne?


Achja, noch was Wichtiges. Am Mittwoch, wenn ich gerade einen Tag zurück bin, habe ich den Terrmin bei Bayer, sodass ich danach anfangen kann, konkret zu planen und so. ich halte euch auf dem Laufenden. Zum Clübchen komme ich. Wegen dem Norwegenevent lasse ich mir was einfallen. Wäre der Termin genau eine Woche später besser? Wenn so viele nicht können, ist das ja doof. Das betrifft dann natürlich auch Annika und Laura.

26.6.08 10:02


21./22.06.2008 Last time

Heute war ich zum letzten Mal in Leknes. Zuerst haben wir alle zusammen irgendein Teil für den Traktor abgeholt, dann sind Lou und ich alleine losgezogen und haben usn später wieder mit Marita und Hendry getroffen.


Erste Station war die Bank weil ohne Moos nichts los. Man sollte schon ein bisschen Geld dabei haben um auf große fahrt zu gehen. Direkt im Anschluss kann man das Geld dann weider im Husflidenladen ausgeben. Ich habe ein wunderschönes Souvenir erstanden, eine Anstecknadel mit Bändern in den Nationalfarben, die man traditioneller weise am 17. Mai zum Bunad oder einfach so an der Kleidung trägt und die mit dem Symbol der Lofoten in Silber geschmückt ist. Ich denke, sie wird einen Platz an der Wand finden, bis ich nächstes Jahr ein „17. Mai“-Party finde, bei der ich sie tragen kann. Lou dagegen hat sich einen sündhaft teuren Wandteppich in blau und weiß mit geometrischen traditionellen Mustern gekauft. Wirklich unverschämt teuer, auch wenn es echt norwegische Handarbeit ist. Ich hätte ihn ja nicht gekauft, aber Lou ist halt manchmal eindeutig durchgeknallt. Hallo Lou, ich hab dich ganz doll lieb !


Danach ging es zum Senter, in dem wir die üblichen Läden abgeklappert haben. Im Buchladen habe ich mein bestelltes Kochbuch abgeholt, jetzt ist es endlich meins! Dort haben wir auch Johannes getroffen, der ebenfalls auf Shoppingtour war. Vielleicht können wir ihn abends auf so einem Barbecue treffen, das irgendwas mit Hirtenhundkursen zu tun hat.


Nachmittags haben wir angefangen in Hellosan einen Zaun zu ziehen, damit die Schafe nicht auf die Wiesen kommen, auf denen Hendry das Gras für den Herbst zieht und später schneiden will. Jetzt stehen die Pfähle alle (fast nur in den Boden drücken, der ist so weich...) und der Zaun ist provisorisch befestigt, bis wir in demnächst fertig machen können.


Leider waren wir doch nicht bei diesem Barbecue, denn Trine geht mit Anders zelten und dreimal dürft ihr raten, wo sie Ingrid lassen, richtig, bei Oma und Opa. Also gammeln wir zu Hause herum und gehen recht früh schlafen. Ist vielleicht auch mal nicht schlecht.



Heute holen Trine und Anders Ingrid wieder ab, die hat hier wunderbar geschlafen, nur wollte sie morgens nicht so viel trinken, wie Marita das gerne gehabt hätte. Das Kind muss doch trinken...Also gab es ein wenig Geheule aber sonst wars gut. Marita hat außerdem einen rabarbraiskake gemacht, einen Rhabarbereiskuchen, für die Nichtnorweger unter euch. Ich bin gespannt, wie er schmeckt, aber das Rezept habe ich vorsorglich schonmal aufgeschrieben...


Nachmittags haben wir in Saupstad eine Farm besucht, die von einem holländischen Ehepaar geführt wird. Dort habe ich echt ökologischen Ziegenkäse gekauft, der unheimlich gut schmeckt. Und preislich war er wirklich günstig, im Vergleich zu dem, was Lou bei Tove und Knut für etwa die gleichen Produkte bezahlt hat.


Abends nach dem Melken, das wir etwas vorgezogen haben, waren wir in Leknes bei Milano und haben dort gegessen. Eine Art Abschiedsessen denke ich. Es war so lecker und wir waren so voll gefressen, aber ein mit Lou geteilter Eisbecher hat trotzdem noch rein gepasst. Danach haben wir eine Lofotenexpresstou gemacht. Wir haben Flakstad, die westliche Nachbarinsel von Vestvagøy besucht und siond bis zum Nusfjord gefahren. Å zu sehen wäre auch cool gewesen, aber das ist zu weit weg, um es abends nach dem Melken zu sehen. Aber so war es auch nicht schlecht. Rund um den Nusfjord gibt es fantastische Landschaften, die Berge sind toll, sehen aber total anders aus als die um unsere Farm herum. Alles ist viel schroffer und kantiger, weil es weiter draußen im Meer ist und der Wind viel stärker ist. Leider war es auch saukalt dort, nur 6° C. Es sollte nur im Winter so kalt sein, nicht im Juni! Aber auf den Bergen dort ist auch im Sommer Schnee, es ist so ähnlich wie ein Gletscher. Überhaupt gehören die Berge rund um den Nusfjord zu den ältesten der Welt oder zumindest Norwegens.

26.6.08 10:01


19./20.06.2008 Is it summer?

Heute morgen hat beim Melken alles super geklappt, nur als ich die letzte Reihe herausgelassen habe, meinte eine Ziege, die sowieso immer wie verrückt noch eine Extrarunde drehen will, bevor sie zum Melken reinkommt, es wäre schön, herunter zu springen und das animal house zu erkunde, was sie dann auch tat. Ich also die anderen fertig rausgelassen, damit ich nicht noch mehr Chaos hab und dann hinter der Ziege her. Normalerweise biegen die immer nach links in den Gang mit dem Gras ab, da gibt’s ja was zu fressen, aber diese Ziege hat die offene Tür entdeckt, durch die ich immer das alte Gras heraus schaffe. Also läuft sie daraus. Ich nehme im Verbeigehen den Besen mit und dachte eigentlich, ich lasse sie eine kurze Runde draußen drehen, dann läuft sie eh wieder rein in den Heugang und dann kann ich sie wunderbar fassen und zurück bringen. Pustekuchen. Das Viech rennt zu der offenen und mit einer Platte gesicherten Tür, durch die wir die Pumpe drin hatten und unterhält sich munter mit den Ziegen dahinter. Wahrscheinlich lief das Gespräch so ab:


Hey du, was machst du denn da?

Wer ich? Ich laufe hier rum.

Warum sind wir hier drinnen?

Sie haben uns vergessen.

Es ist Sommer, kommt auch heraus.

Wir wollen raus!


Als ich dann in einem Bogen um sie herum gegangen bin um sie wieder zurück zu scheuchen ist sie an mir vorbei um die Ecke des Hauses gelaufen. Das Ende vom Lied war, dass sie draußen vor der großen Tür, die auch offen war, stand und überlegt hat, ob sie vielleicht da rein will. War aber wohl keine so tolle Vorstellung, denn sie ist weiter außen herum gelaufen. Also musste ich zum Haus gehen und Hendry wecken, damit er mir hilft die Ziege wieder zurück in ihr Gehege zu bekommen, alleine hätte ich noch 17 Mal mit ihr um den Stall laufen können. Als ich wieder kam, habe ich sie rein laufen sehen durch die große Tür, durch die normalerweise das Heu herein gefahren wird, und dann dachte ich: Super, jetzt schön links halten, dann sitzt du in der Falle! Und was macht das Vieh? Genau, läuft durch die immer noch offene kleine Tür wieder raus. Ich hätte sie erwürgen können. Aber zusammen mit Hendry habe ich sie dann doch rein bekommen. Miststück!


Meine Lämmer dürfen jetzt zusammen mit der kranken Ziege nach draußen und können aber immer noch drinnen fressen und schlafen, wenn sie wollen.



Ich habe kein heißes Wasser in meinem animal house. Die Heizspirale ist durchgerostet, sodass jetzt Wasser rein gekommen ist und einen Kurzschluss verursacht hat. Toll. Also durfte ich zum Maschine waschen zweimal einen Melkspan (20 l) voll heißem Wasser vom Haus zum Stall tragen. Ohne heißes Wasser wird die Maschine nämlich nicht richtig sauber und dann könnten wir Bakterien in die Milch bekommen. Aber Marita war in Leknes und hat eine neue gekauft, die Hendry dann abends während dem Melken eingebaut hat, sodass ich morgen früh wieder heißes Wasser habe.


Die Schäfchen bekommen ab morgen früh keine Milch mehr, der letzte Sack Pontus ist nämlich leer und sie sind alt genug, um ohne Milch auszukommen.


Marita hat nach dem Melken dann doch noch mal Kleppmelk gemacht, weil ich sie lange genug genervt habe. Das Zeug ist sooo lecker! Leider sehr mächtig, dass man nicht so viel davon essen kann. Es ist ein typische Omagericht, dass die Oma für die Enkel macht. Oder die große Cousine für die kleinen Cousins vielleicht. We will see.

26.6.08 10:01


19./20.06.2008 Is it summer?

Heute morgen hat beim Melken alles super geklappt, nur als ich die letzte Reihe herausgelassen habe, meinte eine Ziege, die sowieso immer wie verrückt noch eine Extrarunde drehen will, bevor sie zum Melken reinkommt, es wäre schön, herunter zu springen und das animal house zu erkunde, was sie dann auch tat. Ich also die anderen fertig rausgelassen, damit ich nicht noch mehr Chaos hab und dann hinter der Ziege her. Normalerweise biegen die immer nach links in den Gang mit dem Gras ab, da gibt’s ja was zu fressen, aber diese Ziege hat die offene Tür entdeckt, durch die ich immer das alte Gras heraus schaffe. Also läuft sie daraus. Ich nehme im Verbeigehen den Besen mit und dachte eigentlich, ich lasse sie eine kurze Runde draußen drehen, dann läuft sie eh wieder rein in den Heugang und dann kann ich sie wunderbar fassen und zurück bringen. Pustekuchen. Das Viech rennt zu der offenen und mit einer Platte gesicherten Tür, durch die wir die Pumpe drin hatten und unterhält sich munter mit den Ziegen dahinter. Wahrscheinlich lief das Gespräch so ab:


Hey du, was machst du denn da?

Wer ich? Ich laufe hier rum.

Warum sind wir hier drinnen?

Sie haben uns vergessen.

Es ist Sommer, kommt auch heraus.

Wir wollen raus!


Als ich dann in einem Bogen um sie herum gegangen bin um sie wieder zurück zu scheuchen ist sie an mir vorbei um die Ecke des Hauses gelaufen. Das Ende vom Lied war, dass sie draußen vor der großen Tür, die auch offen war, stand und überlegt hat, ob sie vielleicht da rein will. War aber wohl keine so tolle Vorstellung, denn sie ist weiter außen herum gelaufen. Also musste ich zum Haus gehen und Hendry wecken, damit er mir hilft die Ziege wieder zurück in ihr Gehege zu bekommen, alleine hätte ich noch 17 Mal mit ihr um den Stall laufen können. Als ich wieder kam, habe ich sie rein laufen sehen durch die große Tür, durch die normalerweise das Heu herein gefahren wird, und dann dachte ich: Super, jetzt schön links halten, dann sitzt du in der Falle! Und was macht das Vieh? Genau, läuft durch die immer noch offene kleine Tür wieder raus. Ich hätte sie erwürgen können. Aber zusammen mit Hendry habe ich sie dann doch rein bekommen. Miststück!


Meine Lämmer dürfen jetzt zusammen mit der kranken Ziege nach draußen und können aber immer noch drinnen fressen und schlafen, wenn sie wollen.



Ich habe kein heißes Wasser in meinem animal house. Die Heizspirale ist durchgerostet, sodass jetzt Wasser rein gekommen ist und einen Kurzschluss verursacht hat. Toll. Also durfte ich zum Maschine waschen zweimal einen Melkspan (20 l) voll heißem Wasser vom Haus zum Stall tragen. Ohne heißes Wasser wird die Maschine nämlich nicht richtig sauber und dann könnten wir Bakterien in die Milch bekommen. Aber Marita war in Leknes und hat eine neue gekauft, die Hendry dann abends während dem Melken eingebaut hat, sodass ich morgen früh wieder heißes Wasser habe.


Die Schäfchen bekommen ab morgen früh keine Milch mehr, der letzte Sack Pontus ist nämlich leer und sie sind alt genug, um ohne Milch auszukommen.


Marita hat nach dem Melken dann doch noch mal Kleppmelk gemacht, weil ich sie lange genug genervt habe. Das Zeug ist sooo lecker! Leider sehr mächtig, dass man nicht so viel davon essen kann. Es ist ein typische Omagericht, dass die Oma für die Enkel macht. Oder die große Cousine für die kleinen Cousins vielleicht. We will see.

26.6.08 10:01


17./18.06.2008 Manicure

Vormittags hat Lou Fenster und Türen von außen gestrichen und Hendry und ich waren erst bei Astor die Schere und das Messer schärfen und dann in meinem animal house um den Ziegen die Nägel zu schneiden. Also Ziegen in den Melkstand rein, Hendry klettert hoch und schneidet Nägel. Den Ziegen passt das natürlich überhaupt nicht, wer mag es schon, wenn jemand das Bein mit Gewalt hochhebt und dann auch noch an den Zehen herumsäbelt. Aber es war bitter nötig. Durch den Plastikboden, der sich wunderbar sauber halten lässt, nutzen sich die Klauen nämlich nicht so wirklich ab und dann bilden sie tolle Formen. Und wenn sie dann geschnitten werden und der ganze Shit, der auch drin festgetreten wurde, wieder Sauerstoff bekommt, stinkt es ganz schön. Ich musste danach erstmal fegen und den größten Teil der Nägel entsorgen, damit ich überhaupt abends melken konnte.


Nach sind Hendry und Marita irgendwohin gefahren und Lou und ich hatten eigentlich Aufgaben, aber dann haben wir gesehen, dass oberhalb vom gammel fjøs Ziegen sind. Eigentlich sollten da keine sein und die Lämmer auch nicht draußen. Also hingehen und nach schauen. Es sind tatsächlich Ziegen und nach Kontrolle einer Ohrnummer wussten wir auch, es sind unsere. Panik! Ist das Tor offen? Haben sie den Weg um den Zaun herum gefunden? Was ist passiert?


Also Ziegen eingesammelt (sie aus dem Stall heraus zu bekommen war etwas schwierig, denn dort gab es Pellets, mittlerweile natürlich aufgefressen...) und runter zur Straße und Richtung Tor. Wir haben das Schlimmste befürchtet und das Beste gehofft. Das Schlimmste ist eingetreten. Sie haben ein Loch im Zaun gefunden... Auf der Seite der Straße, wo es runter zum See geht, ist der Zaun nicht unter Strom gesetzt, war früher wohl nie nötig, und da haben sie einfach versucht, unter dem Zaun drunter durch zu kriechen und siehe da, es hat funktioniert.


Also hatten wir die eine Gruppe auf unserer Seite des Tors und die andere wartete mal wieder auf der anderen Seite schön brav auf der Straße. Zuerst haben wir versucht, sie alle auf der anderen Seite zu sammeln und wieder in die mountains zu bekommen, aber sobald wir das Tor geöffnet hatten, strömte alles in Richtung zu Hause. Es war aber noch viel zu früh... Wir sind gegen die blöden Viecher aber ums Verrecken nicht angekommen, sodass wir uns dann doch geschlagen geben mussten. Also alles zurück in den Stall. Weil es aber erst drei Uhr war, haben Lou und ich entschieden, dass die blöden Ziegen (bitte wörtlich nehmen) noch was zu fressen brauchen, damit sie auch einigermaßen Milch haben. Bei Annemarie konnte wir eine recht stumpfe Handsense leihen, die mich stark an Asterix erinnert hat. Nur leider war sie weder golden noch extrem scharf wie die von Miraculix. Nach kurzen Testen hat es auch ganz gut geklappt, damit neben Annemaries altem Haus auf der völlig zugewucherten Wiese Gras und Blümchen zu schneiden. Insgesamt haben wir drei Schubkarren voll gemacht, damit sie sich noch gegenseitig erwürgen und ersticken bei dem Versuch, auch was zu bekommen. Und es hat Spaß gemacht! Ich will auch lernen, mit einer großen Sense Gras zu schneiden, das ist bestimmt noch viel cooler...


Essenstechnisch habe ich heute auch wieder was Neues gelernt. Es gab frische reker, Shrimps. Komplett mit Kopf und Schwanz und Schale. Hendry hat mir gezeigt, wie man die da rausbekommt: In der Mitte brechen, dann den Schwanz drücken und abziehen, zuletzt den Kopf mit einer eleganten Drehung entfernen und den Rest der Schale abpiddeln. Feritg. Jetzt packt man eine beliebige Anzahl reker auf eine Scheibe Baguette (Loff) ein bisschen Mayonnaise drauf und essen. Gar nicht mal sooo schlecht...


Und nach dem Melken haben wir rohes Walfleisch gegessen. In hauchdünnen Scheiben auf Flatbrød, dadrauf noch ein Zwiebelring und einen Klecks Rømme, dann ab damit in den Mund. Lecker. Auch wenn Walfleisch bei uns glaube ich gar nicht zu haben ist, außer vielleicht auf Bestellung im Feinkostladen oder so.

26.6.08 10:00


15./16.06.2008 Husflidslag på Skafnes

Wir sind heute nach dem Morgenmelken nach Skafnes gefahren, das ist ziemlich am unteren Ende unserer Insel und dort gibt es eine alte Farm, die ein Museum beherbergt. Dort war heute Aktionstag oder so.


Im Haus ist es eine Art Heimatmuseum, wo man sehen kann, wie die Menschen gewohnt haben, in einem Raum haben einige Frauen an Bunad gestickt, das ist vielleicht eine Arbeit. Im alten Bootshaus (Naust) konnte man Boote an der Decke hängend sehen und sogar trockene Walbarten. Da musste ich aber erst fragen, was das überhaupt ist. Außerdem wurden dort Waffeln und Kaffee verkauft. Dann gab es noch ein Gebäude, dessen Namen ich vergessen habe, was ber so eien Art Werkstatt und Garage sein dürfte. Dort wurde Rømmegrøt verkauft und in einem anderen Raum gab es einen Kramladen nach historischem Vorbild, in dem Kanel- und Hveteboller verkauft wurden, die allerdings viel zu schnell weg waren, sodass Lou und ich zu langsam waren. Marita hat ihr Flatbrød dort abgeliefert und man konnte dort Karamellen kaufen und ein paar Handarbeitssachen, die ich aber nicht genauer angeschaut habe.


Draußen gab es Klappekake, die werden aus Brotteig gemacht und auf einem Takke (was man auch für Lefser verwendet) gebacken. Dann noch warm aufschneiden und Butter (nur echte, keine Margarine) und dann Sirup drauf... göttlich, aber sehr mächtig. Auf einem kleinen eingezäunten Fleckchen Gras waren zwei Wildschäfchen zu Hause. Das waren Lämmer, aber die waren ganz anders als unsere zu Hause. Kleiner und zierlicher aber viel wolliger... die Wolle war nicht so kompakt, eher in Löckchen und mehr... ich kann das nicht beschreiben, mir fehlen die Worte. Aber sehr süß, nur ein wenig scheuer als unsere.


Abends nach dem Melken haben wir dann noch eine große Kebabpizza von Milano zusammen verdrückt, sehr zu empfehlen. Allerdings sollte man sich danach nur in Gesellschaft von Leuten befinden, die die gleiche Pizza gegessen haben, man stinkt dann nämlich total nach Knoblauch.



Hätte Heute auch eine Überschrift, wäre es „Celebrity Death“. Ich habe heute abend wieder ein totes Lamm finden müssen. Mittags, als wir mit vier Leute da drin waren und geguckt haben, war es noch putzmunter, auch wenn es morgens etwas komisch in der Ecke stand, aber es hatte einen vollen Bauch, deshalb dachte ich, es wäre einfach nur vollgefressen und will ein bisschen Ruhe haben. Abends lag es dann tot auf der Erde und die anderen sind in ihrem Milchrausch („Hey, da kommt jemand, lasst uns ganz viel Krach machen, dann gibt’s Milch!&ldquo ständig über es drüber getrampelt. Es war nicht so schlimm, dass es tot war, aber es heraus nehmen zu müssen war gräßlich. Es war 81115, eine der ältesten, richtig groß, flauschig und eigentlich kerngesund. Es hat sich angefühlt wie ein Teddybär, aber das Innenleben war nicht weich und nachgiebig, sondern hart und schon recht kalt. Und dann dieser aufgeblähte Bauch... Ich werde nie wieder meinen Bären anfassen können... Hendry hat auch keine Erklärung, warum es uns einfach so unter den Fingern weg gestorben ist.


Tove war mit ihren beiden working guests da, ein Mädchen aus Norwegen, aus der Region Trøndelag, also in der Mitte Norwegens, und eine Holländerin. Sehr nett, ich habe sie herum geführt und unsere animal Häuser gezeigt, weil Lou mal wieder mit den Ziegen in den Bergen war. Die Kleinen waren heute übrigens das erste Mal mit, nur eine ist noch zusammen mit den Lämmern im Stall, weil sie ein verletztes Bein hat. Zurück zu den working guests. Die waren ziemlich beeindruckt, wie sauber es bei uns ist, aber ehrlich gesagt ist es bei ihnen nicht so wirklich sauber. Dort wird im Stall gemolken und nicht wie bei uns in einem anderen Raum und das System dort ist auch nicht so wirklich ausgereift, da sind wir eindeutig weiter. Außerdem ist bei Tove und Knut auf der Farm das animal house gar nicht groß genug für ihre 140 Ziegen. Und die geben nicht so viel Milch wie unsere. Wir schaffen mit unseren 115 jungen, virusfreien Ziegen genauso viel Mich, wie die mit 140 ebenfalls virusfreien Ziegen. Aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls haben wir dann mit den Dreien auf der Terrasse gesessen und Lefser gegessen. Aber ich habe natürlich vergessen, nach Emailadressen zu fragen... Dummes Kind...

26.6.08 09:59


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