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EXPLORE NORWAY V

28.06.2008 Haugesund til Oslo om Stavanger

 

Diesmal bin ich gegen acht aufgestanden, was seeehr früh war und habe gefrühstückt und mein Zeug mal wieder neu gepackt, damit es in Oslo einfacher ist, alles zu finden, ohne dass ich alles ausräumen muss. Dann hat Hilde mich wieder nach Haugesund zur rutebil stasjon gebracht. Fast wären wir nicht pünktlich gekommen, weil wir ein paar Autos vor uns eine totalen Sonntagsfahrer hatten. Der hätte genauso wie er war auch in Deutschland auftreten können. Den Hut hatte er auf der Hutablage auf dem Kofferraum, wie sich das gehört und die Oma daneben gehörte natürlich auch zur Ausstattung. Und er ist auch auf 70er Strecken nicht mehr als 55 gefahren... Wir sind im Auto fast verzweifelt. Nur das Kennzeichen war natürlich falsch, aber der Rest war Original, dat sach ich euch.

 

Die Busfahrt nach Stavanger (etwas mehr als zwei Stunden) war nicht so aufregend, ich habe mein Buch jetzt aus, drückt mir die Daumen, dass ich die restlichen Tage hier ohne neues Lesefutter überlebe, wieder eine kurze Fährfahrt und dann in Stavanger am Byterminalen aussteigen. Wenn ihr irgendwohin fahrt, sorgt immer dafür, dass euer Reiseführer so aktuell wie möglich ist. In meinem war das tourist office zwar eingetragen, aber in den letzten drei Jahren muss es umgezogen sein, ich konnte es nämlich erst nicht finden. Ein wenig später bin ich durch Zufall drüber gestolpert und habe dabei auch die größte Kirche in Stavanger entdeckt. Die versteckt sich doch ganz dreist hinter kleinen Gebäuden und Bäumen, sodass ich sie vorher bei ungefähr zweimal dran vorbei laufen nicht gesehen habe. Erzählt mir hier nichts von meinem Orientierungssinn, der ist hervorragend. In Trondheim war immer ich diejenige von uns beiden, die den Weg zurück gefunden hat. Und es ist auch niemals verkehrt, eine Karte dabei zu haben. An der Tatsache, dass ich manchmal ein Blindfisch bin, kann ich auch mit Brille nichts ändern.

 

Ich wollte eigentlich die Kirche besichtigen, aber erst war da ein Mittagskonzert drin und danach eine Hochzeit, sodass ich es irgendwann aufgegeben habe. Also ein bisschen am Hafen entlang schlendern, versuchen, sich nicht in den kleinen Gassen und Gässchen dahinter zu verlaufen und einfach am Breiavannet in der Sonne sitzen und nichts tun. So lässt es sich leben.

 

Gegen halb drei habe ich dann den flybuss zum Flughafen genommen, wo ich viel zu früh war (ich wusste nicht genau, wie lange der Bus braucht, also lieber ein bisschen früher als zu spät da sein...). Aber auch da kann man Blogeinträge schreiben und Leute beobachten. Hier noch eine Kuriosität für euch, bei der ich mich wirklich erschreckt habe. Bitte macht das nicht zu Hause nach, auf gar keinen Fall. Und wenn, übernehme ich hiermit ausdrücklich keine Verantwortung dafür, wie eure Umgebung darauf reagiert.

 

Das war eine Frau, sehr schlank, fast schon dürr, und recht klein, die hatte einen Jeansminirock an. Dazu eine schwarze (Woll?) Strumpfhose und bunte Chucks an. Bis dahin ist das ja noch nicht so schlimm. Achja und sie hatte ihre blonden Haare als Dreadlocks, in offen irgendwas zwischen schulter- und kinnlang. Aber jetzt kommt das gruselige. Als sie sich umgedreht hat, habe ich ihr Gesicht gesehen. HORROR!!! Die war ungefähr 50 (?) und hatte gut Falten im Gesicht, das meiner unmaßgeblichen Meinung nach eindeutig zu viel Sonne und Make-Up abbekommen hat. Gräßlich, ich war total geschockt. Wenn man so ein Gesicht hat, sollte man sich nicht wie 16 kleiden, oder? Also bitte tut mir einen Gefallen und lauft niemals so herum, auch nicht, wenn ihr auf Drogen seid, ja?

 

Als ich in Oslo angekommen bin, hat es geregnet, toll. Ich sah schon das ganze Wochenende den Bach runter gehen. Aber in Oslo selbst herrliches Wetter, Sonnenschein, frische Brise, wunderbar.

 

Aber mir ist was echt Peinliches passiert. Zumindest für mein planungssüchtiges Gehirn. Ich habe vergessen, die Adresse von dem Perminalenhotel aufzuschreiben, in dem ich jetzt wohne. Alles andere war perfekt organisiert und ohne Probleme durchzuführen, aber das ist mir völlig entgangen. Zum Glück war der Fahrer des flybuss sehr nett und hat mich zumindest mal in die richtige Richtung geschickt. Dann habe ich in einem Hotel gefragt, die hat mich aber zu einem anderen Hotel geschickt, das sich P-Hotel nennt. War aber halt das Falsche. Wenigstens die Frau da war sehr liebenswürdig und hat mir das auch auf den Stadtplan gemalt, wo ich hin muss. Das ist Service. Jedenfalls habe ich es jetzt gefunden und in meinem Zimmer sind diese Nacht noch eine ältere Norwegerin, die sehr nett ist, eine Argentinierin, die ganz viele Städte in recht kurzer Zeit besucht und noch eine, die aber noch nicht da war, als ich kurz vor zwölf das Licht ausgemacht habe. Vielleicht sehe ich sie morgen.

 

4.7.08 10:42


EPLORE NORWAY IV

27.06.2008 Bergen til Haugesund/Karmøy

 

Die Nacht war absolut kein Problem, wenn ich einmal eingeschlafen bin, bin ich tot. Ein Stein ist dann aktiver als ich und reagiert schneller. Marita hat sich ja immer aufgeregt, wenn ich den Hund nachts nicht gehört habe oder sie von einem vorbeifahrenden Auto wach geworden ist, aber um mich herum hätte man das Haus abbrennen können, ich wäre nicht aufgewacht. Um so erstaunlicher ist es doch immer wieder, dass ich mein Handy höre, wenn es als Wecker klingelt, ob wohl das recht leise ist. Und davon werde ich so wach, dass ich danach auch direkt aufstehen kann, wenn es sein muss. Seltsam. Dafür war aber das Frühstück eine totale Enttäuschung. Für 60 NOK extra darf man wohl etwas mehr erwarten, oder? Das hätte ich auch zu Hause so haben können, das war jetzt wirklich nichts besonderes. Dafür habe ich mich währenddessen nett mit einem älteren Ehepaar aus Australien unterhalten. Auch gut.

 

Nach dem Auschecken bin ich zum Bahnhof gelaufen und habe erfolgreich meinen Ekspressbuss nach Haugesund gefunden. Also dreieinhalb Stunden im Bus sitzen, bin ich ja gewöhnt, nur einmal von 40 Minuten Fähre unterbrochen. Das Wetter ist klasse, es wird wärmer, je weiter ich nach Süden komme. Ok, Haugesund an der Westküste Norwegens ist jetzt noch nicht so wahnsinnig südlich, aber immerhin gibt es da, wie auch schon in Trondheim, keine Mitternachtssonne mehr.

 

In Haugesund hat Hilde mich abgeholt, der man jetzt ansieht, dass sie tatsächlich schwanger ist (i September kommt das Kind, sie wissen noch nicht, was es wird). Während der Autofahrt nach Karmøy, wo sie zusammen mit Jens Rune (sprich Jens Rüne)in einem netten Häuschen wohnt, hat sie mir ein wenig die Gegend erklärt, es sieht echt nett aus. Zu Hause hat sie dann noch schnell Teig für Pizzaboden gemacht (nach dem Desaster mit den Bollern traue ich mich nicht mehr an Hefeteig heran...) bevor sie mich in der „Stadt“ angesetzt hat und selbst arbeiten gegangen ist.

 

Ich bin ein bisschen durch herrlichen Sonnenschein gelaufen, habe Läden angeschaut und es mir gut gehen lassen. Der Heimweg (immer der Hauptstrasse nach und am Stromleitungsturm rechts in die Einfahrt) war echt entspannt und nicht so sonderlich lang. Ich werde langsam doch braun!

 

Zu Hause angekommen, war Jens Rune (die Leute mit doppeltem Vornamen müssen anscheinend ihr ganzes Leben damit leben, die können nicht einfach einen wegschmuggeln oder so) von der Arbeit zu Hause und hat seinen Cousin dabei beaufsichtigt, wie der das Haus an der einen Seite streicht. Hildes Freund/Partner/whatever ist echt nett und ganz anders, als ich ihn mir nach den Fotos vorgestellt habe. Später sind wir dann mit Ossi, dem Hund, der aussieht wie eine Wurst mit Kopf und Beinen, weil er so lang ist, aber halt klein wie ein Dackel mit dem Fell eines Beagels (ich kann das nicht besser beschreiben, in Wirklichkeit sieht er ganz anders aus, als ich nach meiner eigenen Beschreibung vermuten würde) losgezogen und Jens Rune hat mir dabei die Gegend gezeigt. Ganz anders als auf den Lofoten, auch wenn es ebenfalls eine Insel ist. Viel mehr Wald und Bäume und nicht so viele Berge und nackter Stein. Ich habe sogar ein ausgesetztes Kaninchen gesehen. Also früher im Jahr ausgesetzt, damit man sie später jagen gehen kann. Ossi war danach kaum zu beruhigen, bei einem Jagdhund ist das ja auch verständlich.

 

Abends habe ich dann mit dem vorbereiteten Teig Pizza gemacht und nachdem Hilde von der Spätschicht zu Huase war, haben wir mit zwei Freunden von ihnen Pizza gegessen. Im Moment können sie leider kein Fernsehen schauen, weil Jens Rune die Satellitenschüssel abmontiert hat, als er angefangen hat, das Haus um zu bauen bzw. eine Terrasse an zu bauen und so was. Deshalb haben wir MONOPOLY gespielt, das auf Norwegisch MONOPOL heißt. Die Straßennamen sind auch alle echte Straßen in Oslo, aber die Geldscheine sind die gleichen. Und ein paar Ereignis- und Chancekarten sind unterschiedlich habe ich festgestellt. Ich liebe dieses Spiel! Ich hatte recht schnell eine Gruppe Straßen komplett und habe da Hotels hingebaut. Das war dann später der Untergang der anderen. Die hatten zwar mehr Straßen als ich, mussten die aber ständig verpfänden, damit sie nicht raus fliegen... hihi... Um viertel vor zwei ist dann das Pärchen nach Hause aufgebrochen und wir sind auch schlafen gegangen. Aber es war echt lustig.

 

Hier in der Region Haugesund sprechen sie auch ganz anders, als auf den Lofoten mit ihrem Nordlandsinseldialekt. Hilde hat ein wenig den hiesigen Dialekt angenommen, was Lou und mir aufgefallen ist, als sie über Ostern in Reinhaugveien war, aber hier hört sie sich viel mehr nach Lofoten an, weil die anderen halt ganz anders sprechen. Ich kann es nicht besser beschreiben aber es klingt ein bisschen wie der holländische Akzent der beiden Ökofarmer aus Saupstad. Aber auch wieder nicht. Anders halt.

 

4.7.08 10:41


Sory für das gräßliche Layout bei den letzten beiden Einträgen, Word ist so scheiße, mit Open Office konnte ich das ganz easy kopieren udn jetzt muss ich morgen erstmal rausfinden, wie ich das beid en nnächsten Einträgen besser machen kann.
1.7.08 21:55


EXPLORE NORWAY III

26.06.2008 Trondheim til Bergen Diesmal haben Marlies und ich zusammen gefrühstückt, dann unsere Sachen zusammen gepackt und sind dann zu Fuß runter in die Stadt zum Bahnhof gelaufen. Es war gut, dass es den Berg runter ging und nicht rauf, aber angenehm war es trotzdem nicht wirklich. Mein Koffer ist einfach zu schwer und unhandlich. Beim nächsten Trip nach Norwegen entweder nur ein kleiner Koffer oder ein Rucksack, in dem man alles unterkriegt. Ach ne, ich wollte ja nur soviel mitnehmen, wie in meinen Eastpak passt und einen leeren Koffer mitnehmen, damit ich vernünftig shoppen gehen kann. Vielleicht erinnert ihr mich da nochmal dran, wenn es wieder soweit ist. Am Bahnhof habe ich mein Zeugs in einem Schließfach verstaut und dann Marlies verabschiedet. Die Zeit bis zur Abfahrt des Flybuss habe ich damit verbracht, durch Trondheim zu laufen, dem Husflidenladen und der Einkaufspassage Trondheim Torg noch einen Besuch abzustatten. Ein paar Souvenirs haben den Weg in mein Gepäck gefunden, aber den größten Teil werde ich in Oslo kaufen, dann muss ich sie nur einmal durch den Flughafen bekommen und nicht drei Mal oder so. Wahrscheinlich brauche ich eine Sackkarre, damit ich meien Rucksack und die Tüte transportieren kann. Erinnert mich auch daran, dass ich niemals wieder Kochbücher kaufe, die mehr als 500g wiegen... Mit dem Bus ging es dann zum Flughafen Værrness, der ein wenig außerhalb von Trondheim liegt. Im Flughafen Leute zu beobachten ist fast so lustig, wie im Bahnhof. Wenn ihr mal nichts besseres zu tun habt, setzt euch eine Stunde hin, schaut den Leuten zu und denkt auch Geschichten dazu was, was sie machen, wen sie abholen oder wo sie hin wollen, es macht echt Spaß. Geht natürlich noch besser, wenn man jemanden dabei hat, der mitmacht. Ich habe zum Beispiel ein Frau gesehen, die mit ihren Kindern auf das Boarding gewartet hat. Die Mutter ist dann mit den kleinen Mädels vorher noch mal aufs Klo gegangen und hatte dabei so einen lustigen Gang drauf. Typ „watschelnden Entenmutter“, die dafür sorgt, dass die Küken auch hinterher kommen. Und das Ganze dann bei einer etwas vollschlanken mittelgroßen Frau. Während dem Flug hatte ich mir ein wunderbares Programm zurecht gelegt, mit dem auch in der kurzen Zeit möglichst viel von Bergen sehen kann. Aber Pustekuchen. Der Bus vom Flughafen zum Zentrum ist im Stau hängen geblieben, sodass sich mein Plan in Luft aufgelöst hat. Also nichts mit mit dem Bus fahren und die Stabkirche anschauen bevor sie schließt und mit der Fløibahn auf den Berg fahren und dann runter laufen. Stattdessen bin ich zu meinem Hostel gelaufen, das direkt im Zentrum liegt. Noch näher geht es eigentlich gar nicht. Mit zweimal Umfallen, was normalerweise schon fast mit der Nase dran ist, wäre man in Bergen volle Kanne ins Wasser gepurzelt, so nah ist es am Hafen und am Fischmarkt. Also bin ich durch die Gegend gelaufen, habe den Hafen, den Fischmarkt und die kleinen Gassen angeschaut. Auf dem Markt kann man tatsächlich echten frischen Fisch kaufen (ich gebs zu, ich bin ein Stadtkind, ich kenne so was nicht, wir haben nur Fluss zu Hause) und die hatten sogar lebende Schalentiere (Krebse oder so was) in kleinen Becken neben den Ständen. Hinter den bunten Hafenhäusern, die man von den ganzen Postkarten kennt, geht es den Berg hoch durch ganz kleine verwinkelte Gässchen, die sind echt süß und sehr malerisch. Ich glaube, es wäre echt cool, da zu wohnen, aber mit Fahrrad fahren ist da nichts. Ich bewundere die Einheimischen, die auf dem Kopfsteinpflaster die Hügel hoch und runter geradelt sind, die hatten auch bergauf ganz schön Speed drauf. Aber es ist sehr schön, auf jeden Fall. Zu guter Letzt habe ich noch ein bisschen eingekauft, damit ich morgen die Busfahrt nach Haugesund zu Hilde überlebe. Wieder zurück in der Jugendherberge wars dann auch noch ganz nett. Das zweite Halbfinale (zum Glück hat Spanien gewonnen...), dabei noch nette Unterhaltung mit ein paar Leuten. Das Mädel kam aus Canada, der eine Typ aus Holland (verfolgen die mich?) und der andere aus den Staaten. Das ist schon cool, wen man da so alles trifft. Zum Schlafen geht’s dann in ein Dorm mit 14 (!) Betten, aber ich glaube, das geht schon irgendwie. Augen zu und durch, ne?
1.7.08 21:53


Explore Norway II

25.06.2008 Sightseeing in Trondheim Heute morgen bin ich recht früh wach geworden, dann aber zum Glück nochmal eingeschlafen, bis um sieben mein Wecker geklingelt hat, damit ich noch was vom Frühstück abbekomme. Das war sehr lecker, Buffet, mit allem, was man sich so wünschen kann, wenn man nicht allzu anspruchsvoll ist. Nachdem Marlies auch gefrühstückt hatte, sind wir zusammen Richtung Zentrum losgezogen. Erste und auch einzige geplante Attraktion auf unserem Tagesablauf war Nidarosdom.kirke. Das ist der im gotischen Stil erbaute Dom in Trondheim, in dem die Könige auch heute noch gekrönt werden und der die Touristenattraktion ist. Ich habe mich fast wie zu Hause gefühlt. Leider durfte man innendrin keine Fotos machen, es wäre auch viel zu dunkel und düster gewesen, aber von außen habe ich eine Menge gemacht. Eindeutiger Vorteil gegenüber unserem Dom ist, diese Kathedrale passt ganz aufs Bild... Vielleicht ist das aber auch wieder ein Nachteil, denn so gibt es keine lustigen Szenen, wie die Touristen versuchen, die ganze Kirche aufs Bild zu bekommen und dabei auf den Motorhauben der parkenden oder fahrenden Autos oder sogar auf der Straße liegen... Wir haben auch die Crypta besichtigt in der bei Ausgrabungen gefundene Grabsteine ausgestellt werden sowie den Tårnet, den Turm bestiegen. Nicht so hoch wie zu Hause, dafür aber in der Mitte, quasi über dem Hochaltar, wenn ich den Plan richtig im Kopf habe. Und sehr viereckig. Raus zu gehen war trotz enger Wendeltreppe, auf der man wirklich nur in einer Richtung gehen kann, kein größeres Problem, aber wenn man den gleichen Weg wieder runter geht, was die einzige Möglichkeit ist, dann wird einem doch irgendwann schwindelig. Also haben wir uns, unten angekommen, erstmal zehn Minuten auf die Stühle (es gibt keine Bänke, sondern Stuhlreihen) gesetzt und gewartet, dass sich unsere Köpfe aufhören von selber zu drehen. Nach einem kurzen Aufenthalt draußen, während dem auch zufällig gerade die Sonne schien (seltenes Ereignis, immer wieder von Regenschauern unterbrochen), haben wir uns dann das Dommuseum, die Reichsregaliensammlung und den Souvenirshop vorgeknöpft. Es ist echt schön aufgemacht, aber nach einer Weile ist es ziemlich eintönig, mit dieser meditativen, säuselnden Musik im Hintergrund... Abschließend haben wir ein spätes Mittagessen im Trondheim Torg (dem örtlichen Einkaufszentrum) zu uns genommen, bevor wir zu einer kleinen Pause zur Jugendherberge zurück gelaufen sind. Dort haben wir uns ein wenig entspannt und in meinem Fall Blog geschrieben. Dann sind wir gegen fünf nochmal hinunter gelaufen um in der Kathedrale an einer Art musikalische Andacht teilzunehmen, die für die Pilger und Touristen, die den Nidarosdom besuchen, angeboten wird. Es war wirklich schön, mal wieder Orgelmusik zu hören, auch wenn es ganz anders als zu Hause klingt. Der Spielstil war mir vertraut, aber der Raum lässt es völlig anders klingen, was aber sehr schön war. Den Textteil dieser Andacht kann man getrost vergessen, der war nicht so berauschend. Ursprünglich hatten wir vorgehabt, danach noch solange in der Stadt zu bleiben, bis um 20:45 Uhr das EM-Spiel Deutschland-Türkei auf dem Torget zum public viewing übertragen wird, aber nach einer Weile mussten wir aufgeben, weil es ständig angefangen hat zu regnen, dann wieder aufgehört und zehn Minuten später wieder angefangen hat. So geht das nicht. Während wir aber gewartet haben und nicht sicher waren, was wir tun sollen haben wir da auf der Bühne eine Band gehört namens «Bigton Gulch» (nach zweimal Plakat lesen kann ich mir auch endlich merken, wie die heißen...), die waren nicht schlecht, haben aber leider nicht so lange gespielt. Letztendlich haben wir uns dann aber doch dem Regen gebeugt und sind wieder den Berg hoch zur Jugendherberge gelatscht. Warum müssen die eigentlich IMMER auf einem Berg liegen, sogar dann, wenn die Stadt drumherum platt wie ein Pfannkuchen ist... Zuerst noch schnell per USB-Stick die Fotos von heute tauschen und Emailadressen austauschen, damit wir das morgen nicht vergessen. Vielleicht treffen wir uns in Oslo nochmal, sie nimmt nämlich morgen den Zug nach Oslo, und ist bis Montag, glaube ich, auch da. Dann gings runter in den Fernsehraum zum Fußball gucken. Eigentlich bin ich ja nicht sooo der Fan vom runden Leder, aber irgendwie musste das sein. [Passend dazu läuft gerade beim Schreiben aus dem Mediaplayer „Mer stonn zu dir, FC Kölle“, los, sagt es schon, ich bin verrückt...] Und es ist auch gar nicht seltsam, dass ich das Spiel zusammen mit einer Holländerin angeschaut habe... Die Stimmung als solche war nicht sooo überragend enthusiastisch, wie man das aus Biergärten oder public viewing events kennt, aber es war ok. Ein Mann war da, der hat immer, wenn das Bild für kurze Zeit weg war (sehr ärgerlich, und dann ist da auch noch eins der Tore gefallen... Schlechte Organisation...), in Deutschland seine Freunde angerufen, um immer zu wissen, was gerade passiert. Nur nicht übertreiben... Die Oma aus meinem Zimmer war auch da, saß aber zum Glück wo anders, sodass sie nicht mich immer zu getextet hat. Aber ihr sollte wirklich mal jemand beibringen, dass es manchmal einfach besser ist, die Klappe zu halten, wenn man keine Ahnung hat. Nein, die zweite Bildstörung ist nicht die dritte Halbzeitpause in Folge, und ja, der Mann, der da an der Seite die ganze Zeit mit läuft, ist der Linienrichter oder Schiedsrichterassistent oder wie auch immer die sich jetzt nennen mögen. Ich hätte sie manchmal echt erwürgen können. Wenigstens haben wir dann nach diesem Horrorspiel doch noch gewonnen und werden jetzt Weltmeister... ! Heute Abend sind noch zwei Japanerinnen bei uns auf dem Zimmer, Mutter und Tochter, aber die sind eher still.
1.7.08 21:52


BACK HOME!!!!

Endlich bin ich wieder in Köln! Ich liebe diese Stadt!!! Mir gehts gut, hab auch nichts unterwegs irgendwo vergessen (hoffe ich).

Morgen gehe ich mit der Mama frühstücken, vorher wirds aber noch ein paar Beiträge geben. Habe es nämlich heute morgen doch nicht mehr geschafft, noch die Bibliothek suchen zu gehen, aber ich hoffe, ihr überlebt es.

Liebe Grüße

30.6.08 21:41


EXPLORE NORWAY I

24.06.2008 Reinmo Gård til Trondheim


Es ist soweit, ich verlasse nach fast einem halben Jahr meine Farm und meine Insel! Es geht auf große Fahrt.


Ich musste morgens nicht mehr melken und konnte so bis sieben Uhr schlafen. Duschen gehen und dann wollte ich noch einen Abschiedskuchen backen, aber ohne Eier geht das nicht, also lassen wir die Idee einfach unter dem Tisch verschwinden. Ich habe dann meinen Koffer gepackt und alles fertig verpackt sowie mein Zimmer geputzt, damit Lou am Wochenende, wenn Ole sein Zimmer mal weieder haben will, dahin umziehen kann. Außerdem habe ich ihr die übrig gebliebenen Schokoladentafeln da gelassen (ja, sowas gibt es auch...), ein paar von den Dekosachen, die die Mama mir geschickt hat und ein Nora Roberts Buch (Vielen Dank Hilde!). Ich hoffe, sie freut sich. Für Hendry habe ich meine Tasse da gelassen, der mag große Tassen nämlich viel lieber als normale Kaffeetassen, was Marita nie verstehen kann, aber die hat ja auch kleine Finger. Kurz vor der Abfahrt noch zwei Brote schmieren und mit braunem Käse belegen (eigentlich Hendrys Outdoorverpflegung) und dann geht’s los Richtung Flughafen.


Dort angekommen werde ich mein Gepäck los, das auf wundersame Weise nur zwei Kilo zu schwer ist, was niemanden stört, und wir sitzen da und warten, bis der Check-In beginnt. Die Nervosität kribbelt in meinen Beinen und still sitzen ist ganz schlecht. Nach kurzer Zeit wurde Hendry die Warterei auch zu viel, also Verabschiedung. Weil Lou beim Aufstehen ihre Kamera auf dem Boden zertrümmert hat und sie mit Hendry dann über der Kamera hing, um sie zu reparieren, habe ich nur ein paar Tränen beim Lachen vergossen, ansonsten ging das Ganze unfallfrei über die Bühne. Einfach nicht länger darüber nachdenken. Sogar Marita und ich haben eine Umarmung überlebt, obwohl wir sonst beide nicht der Typ dafür sind. Hendry hat mich auch direkt für nächstes Jahr im Sommer eingeladen, wiederzukommen, genau wie meine Eltern, was ich hiermit weiter gebe. Dann habe ich die Chance die Lofoten mal wirklich im Sommer zu erleben, mit den ganzen reifen Beeren (Multe, Træne, Blå und was es da nicht sonst noch so alles gibt) und den Parties und anderen Veranstaltungen an den Wochenenden. Im Moment ist es hier nämlich kalt und regnerisch und sehr ungemütlich. Hoffentlich wird es in Trondheim besser, aber der Wetterbericht verspricht nicht viel.


In Bodø habe ich im Flughafen Eis gegessen und herum gegammelt. In der kleinen Maschine von Leknes aus war es schon ein komisches Gefühl, die Lofoten und meine Farm und die Leute und die Ziegen und alles nach so langer Zeit zu verlassen, ohne zu wissen, wann man wiederkommt und ob man überhaupt wiederkommt.


In Trondheim angekommen, erstmal Gepäck wieder einsammeln, dann den richtigen Bus zum Zentrum erwischen, der Flughafen Værres liegt nämliich ein wenig außerhalb und man braucht eine halbe Stunde mit dem Bus. Bei der Sentralstasjon angekommen habe ich nach Hendrys Anweisung ein Taxi zum Vadrerhjem Rosenborg genommen, was auch ganz gut war, sonst hätte ich mich nämlich hoffnungslos verlaufen. Außerdem geht es gut den Berg hoch, was mit dem schweren Koffer trotz Rollen nicht so der Hit gewesen wäre. Ich habe ein Bett in einem 6-Bett-Zimmer, im Moment noch alleine, aber vielleicht kommt ja noch jemand.


Zu Fuß bin ich wieder in die City gelaufen und ein wenig darin herum gestreunt. Dabei habe ich durch Zufall die Kirmes auf dem Torget, eine Art Marktplatz und zentraler Treffpunkt gefunden. Das Ganze nennt sich St. Hans Martnan und hat irgendwas mit Mitsommer zu tun. Dort gibt es alle möglichen Stände bei denen man Kleinkram kaufen kann, das übliche Kirmeszeugs halt. Leider hat es immer wieder angefangen, zu regnen und ich habe ja natürlich keinen Schirm dabei, es war ja schließlich Winter, als ich hergekommen bin... sodass ich nach einer Weile wieder zurück den Berg hoch zur Jugendherberge gelaufen bin. Im Fernsehraum habe ich es mir dann mit meinem Laptop bequem gemacht und ganz viele der total verspäteten Blogeinträge nachgeholt. Eigentlich wolte ich gegen neun dann auf mein Zimmer, noch ein wenig lesen und dann schlafen, weil ich total müde vom Nichtstun war.


Eigentlich. Die Betonung liegt auf eigentlich. Ich habe nämlich in der Zwischenzeit eine ganz nette Zimmernachbarin (ist das das richtige Wort?) bekommen. Marlies aus Holland. Mit der habe ich dann noch lange gequatscht, aus Englisch versteht sich, sie spricht nämlich kein Deutsch und ich absolut kein Holländisch. Etwas später kam dann noch eine weitere Deutsche in unser Zimmer, 68, hat mir direkt ihre halbe Lebensgeschichte erzählt und wollte partout nicht glauben, dass Marlies kein Deutsch spricht, wo sie doch aus Holland kommt. Sie hat auch weiter geredet, wenn ich aus dem Zimmer raus war um ihr zu entkommen, da hat sie sich überhaupt nicht darum gekümmert... Morgen werde ich wahrscheinlich zusammen mit Marlies durch Trondheim laufen, sie bleibt nämlich auch zwei Nächte. Es wird also sehr lustig werden.


Jetzt ist es halb zwölf und ich mache endlich das Licht aus.

28.6.08 08:24


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